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VFA-Forum in Erfurt: Mängel im Gesundheitssystem offenkundig

Erfurt (VFA). "Unser Gesundheitswesen ist nicht zukunftsfähig. Jeder Tag, den wir bei der Reform des Gesundheitswesens verlieren, ist zum Nachteil für die Versicherten in unserem Lande", erklärte Patrick Schwarz-Schütte, Vorstandsmitglied des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und Vorstandsvorsitzender der Schwarz Pharma AG heute in Erfurt. An einer grundlegenden Reform des deutschen Gesundheitswesens führe kein Weg vorbei. "Qualitätsmängel, Versorgungsdefizite, mangelnde Leistungsfähigkeit sind schon jetzt offenkundig", kritisierte Schwarz-Schütte. Es gebe ein krasses Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag: "Wir sind zwar Weltmeister bei den Ausgaben, doch beim Ergebnis liegen wir nur im Mittelfeld."

Das VFA-Vorstandsmitglied präsentierte auf dem VFA-Forum "Den Stillstand beenden - das Gesundheitssystem neu gestalten" im Festsaal des Erfurter Rathauses vor Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt das Konzept der forschenden Arzneimittelhersteller für eine umfassende Gesundheitsreform: "Wir wollen einen eindeutigen Kontrapunkt zu Systemkonservierung und zum Reglementierungstrend setzen." Das VFA-Konzept setze daher auf die Stärkung der Solidarität, mehr Wahlfreiheiten durch Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, den qualitätsfördernden Wettbewerb und eine Neugestaltung des Finanzierungssystems.

"Durch die Unterbindung von Wettbewerbsstrukturen ist auch der Wettbewerb um die beste Qualität systematisch ausgeschaltet worden", charakterisierte Schwarz-Schütte das derzeitige System. Stattdessen gebe es durch Reglementierungen Fehlanreize, die ineffiziente Versorgungsstrukturen gefördert hätten und erhalten würden. "Mit unserem Konzept wollen wir dafür sorgen, dass hochwertige Versorgungsalternativen an die Stelle mittelmäßiger Einheitsversorgung treten", bekräftigte Schwarz-Schütte.

Als zentrales Element einer neuen Wettbewerbsordnung im Gesundheitswesen fordert der VFA eine allgemeine Krankenversicherungspflicht für alle Bürger. "Niemand darf ohne Versicherungsschutz sein. Aber derzeit droht der solidarische Versicherungsschutz wegen Überforderung zu brechen", erklärte Schwarz-Schütte.

Das Reformkonzept sieht vor, zur Stärkung des Solidarprinzips die sozialen Umverteilungsaufgaben auf den Staat und das Steuersystem zu konzentrieren. "Das Solidarprinzip wird gestärkt, wenn alle Steuerzahler die sozialpolitisch notwendigen Umverteilungsaufgaben finanzieren und nicht nur die GKV-Beitragszahler." Gleichzeitig könne so die gesetzliche Krankenversicherung von versicherungsfremden Leistungen befreit werden.

Neben dem Solidarprinzip will der VFA Selbstbestimmung und Eigenverantwortung stärken. "Wir wollen es den Versicherten ermöglichen, individuelle, auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Versorgungsangebote in Anspruch zu nehmen", sagte Schwarz-Schütte. Jeder Versicherte müsse sich zukünftig mehr über vorhandene Versicherungs- und Leistungsangebot informieren und eine aktiveren Part im Gesundheitssystem übernehmen können.

Wahlangebote für die Versicherten erforderten zugleich mehr Wettbewerb unter den Krankenversicherern und Leistungserbringern. Schwarz-Schütte: "Nur ein funktionierender Wettbewerb auf Seiten der Krankenkassen und der Leistungsanbieter garantiert allen Patienten eine hochwertige Gesundheitsversorgung." Des Weiteren ist nach Auffassung der forschenden Arzneimittelhersteller eine Reform des bestehenden Finanzierungssystems unausweichlich. So müsse der GKV-Beitrag vom Beschäftigungsverhältnis entkoppelt werden und den Charakter eines Versicherungsbeitrages bekommen.

Das VFA-Vorstandsmitglied forderte, dass "mit Mut und Weitblick in der nächsten Wahlperiode erste entscheidende Schritte zur Förderung des Wettbewerbs und zur Reform der solidarischen Absicherung verwirklicht werden".

Im VFA haben sich 44 weltweit führende Pharmaunternehmen zusammengeschlossen, die innovative Medikamente erforschen und entwickeln. Sie beschäftigen einschließlich ihrer Tochterfirmen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter und repräsentieren mehr als zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes.

Das VFA-Reformkonzept kann im Internet herunter geladen werden unter VFA-Reformkonzept.

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