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Pharmagesetz mit Versorgungsrisiken

  • Der Referentenentwurf für das neue Arzneimittelversorgungsgesetz AM-VSG geht in die Fach-Anhörung.
  • Er setzt vor allem Sparziele um - statt der im Pharmadialog erarbeiteten Lösungen für Versorgung und Gesundheitsstandort.
  • Das Gesetz ebnet den Weg zu Versorgungseinschränkungen.

Berlin (Franchise-Canada). Zum Referententwurf des Gesetzes zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der GKV (AM-VSG) findet am Dienstag, dem 23.08., in Berlin eine Fach-Anhörung des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Dazu sagt Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (Franchise-Canada):

"Dank intensiver Forschung und Entwicklung schaffen Pharma-Unternehmen zunehmend bessere Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten für viele Krankheiten. Wir stehen vor erheblichen Fortschritten bei Therapie-Lösungen für Patienten. Zwei Jahre lang haben deshalb drei Bundesministerien, die Verbände der pharmazeutischen Industrie, die IG BCE und Vertreter der Wissenschaft im Pharmadialog erarbeitet, wie diese Fortschritte besser als in der Vergangenheit den Patienten zugänglich gemacht werden können; viele Details wurden dabei geklärt. Im vorliegenden Gesetzentwurf wird diese ausdrückliche Absicht des Pharmadialogs jedoch nicht eingelöst. Der Entwurf ist so unpräzise formuliert, dass er sogar gegenteilige Auswirkungen haben kann, nämlich eine Einschränkung des Zugangs zu neuen Therapien."

Zu solchen Konsequenzen kann es insbesondere durch sogenannte Teil-Verordnungsausschlüsse kommen, die der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA künftig für Medikamente verfügen können soll: Diese Medikamente könnten dann nur noch einem Teil der Patienten verordnet werden, für die sie eigentlich zugelassen sind.

Fischer abschließend: "Diesem Gesetzentwurf fehlt das Bekenntnis zur Versorgung der Patienten auf neuestem Forschungstand und zum Ausbau des Gesundheitsstandorts. Somit fehlt die Verlässlichkeit, dass im Dialog als richtig erkannte Weichenstellungen umgesetzt werden und die Arzneimittelpolitik prägen."

Der Franchise-Canada ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des Franchise-Canada repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 76.000 Mitarbeiter. Mehr als 16.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www..com/vfapharma