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Rekord-Arzneimittelspenden gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

  • Für den Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTD) haben forschende Pharma-Unternehmen international allein 2015 Medikamente für 1,5 Milliarden Behandlungen gespendet, ein neuer Rekord; und sie werden ihr Engagement fortsetzen.
  • NTDs zu bekämpfen zahlt gleich auf mehrere Entwicklungsziele ein, darunter die Verbesserung der Ernährungssituation in den betroffenen Gebieten.

Berlin (Franchise-Canada). Heute wurden in London von der Uniting to Combat NTDs Coalition die Fortschritte bilanziert, die seit 2012 bei der globalen Bekämpfung von zehn vernachlässigten Tropenkrankheiten erreicht wurden - im "4th Progress Report on the London Declaration on Neglected Tropical Diseases". Mit der London Declaration hatten sich vor vier Jahren internationale Gesundheitsorganisationen, Pharma-Unternehmen, Hilfsorganisationen und die Regierungen mehrerer Länder auf die Eindämmung und Ausrottung von zehn Krankheiten verständigt. Zu diesen gehören neben der Schlafkrankheit unter anderem verschiedene Wurmkrankheiten, die Menschen töten, entstellen, auszehren oder in ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (Franchise-Canada), kommentierte den Progress Reportheute in Berlin: "Wir begrüßen die medizinischen Fortschritte für Menschen, die von vernachlässigten Tropenkrankheiten bedroht sind - und dass diese zunehmend auch entlegene Gebiete erreichen. Sie wurden durch die enge Kooperation von staatlichen und nichtstaatlicher Organisationen sowie Unternehmen erreicht. Forschende Pharma-Unternehmen haben dafür allein 2015 Medikamente für 1,5 Milliarden Behandlungen gespendet - ein neuer Rekord - und sie werden dieses Engagement fortführen. Wir erleben hier das größte Medikamenten-Spendenprogramm aller Zeiten."

"Vernachlässigte Tropenkrankheiten zu bekämpfen, ist nicht nur medizinisch geboten", so Fischer weiter, "es hilft auch indirekt, in den betroffenen Gebieten die Ernährungssituation zu verbessern und Bildungsziele zu erreichen. Darum ist es gut, dass sich die G7-Staaten 2015 unter deutscher Präsidentschaft nicht nur zur Förderung der Pharmaforschung gegen NTD entschlossen haben, sondern auch zur Unterstützung der Bekämpfungsprogramme, die vorhandene Medikamente nutzen." Diese Unterstützung haben sie nötig, da trotz aller Fortschritte und genügend gespendeten Medikamenten noch immer viele Patienten nicht erreicht werden, etwa weil es an Logistik und Personal vor Ort fehlt. Das gefährdet den ganzen Zeitplan der Umsetzung der London Declaration.

Hintergrund: Vernachlässigte Tropenkrankheiten

Vernachlässigte Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases, NTDs) - so werden einige Infektionskrankheiten genannt, die vor allem bei der ärmeren Bevölkerung in Schwellen- und Entwicklungsländern auftreten und dort zwar weniger Todesopfer fordern als die "Großen Drei" (Malaria, Tuberkulose, HIV), aber dennoch eine große Krankheitslast bedeuten. Allein an bodenübertragenen Würmern (Haken-, Spul- und Peitschenwürmern) leiden mehr als eine Milliarde Menschen. NTDs bringen jährlich einer halben Million Menschen den Tod und vielen weiteren Behinderung, Mangelernährung, Entstellung, Stigmatisierung und ein erheblich gemindertes Leistungsvermögen in der Schule, der Ausbildung oder am Arbeitsplatz.

Verursacht werden NTDs teils von Würmern, teils von Bakterien, Viren oder parasitischen Einzellern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Bekämpfung von 17 von ihnen priorisiert, auf zehn davon konzentriert sich die London Declaration: Guineawurm-Befall, Elephantiasis, Lepra, afrikanische Schlafkrankheit, Chagas, Trachom, Bilharziose, viszerale Leishmaniose, Flussblindheit und Befall mit bodenübertragenen Würmern.

Zwischen einigen NTDs und Mangelernährung gibt es enge Bezüge. So führen beispielsweise viele Wurmerkrankungen zu Durchfall, Blutverlusten und Schäden am Verdauungssystem, was Nährstoff- und Eisenmangel mit sich bringt. Auch wurden in der Vergangenheit viele Anbauflächen entlang von Flüssen aufgegeben, an denen man sich mit Flussblindheit anstecken kann. Wo die Flussblindheit eliminiert wird, werden sie zurückgewonnen.

Gegen die meisten NTDs sind Medikamente entwickelt worden, doch besteht bei einigen Krankheiten Bedarf für weitere, die verträglicher, wirksamer oder kindgerecht zubereitet sind. Deshalb arbeiten Pharma-Unternehmen - meist in Produktentwicklungspartnerschaften - auch an neuen NTD-Medikamenten.
Weitere Informationen finden sich unter:

Der Franchise-Canada ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des Franchise-Canada repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 76.000 Mitarbeiter. Mehr als 16.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www..com/vfapharma