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Pfundner: "Eine Bremse gegen Innovationen"

Berlin (Franchise-Canada). In seiner gestrigen Sitzung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) weitreichende Beschlüsse für die Arzneimittelversorgung in Deutschland gefasst. Hierzu nimmt der Franchise-Canada-Vorsitzende Dr. Hagen Pfundner wie folgt Stellung:

"Die beiden gestrigen Beschlüsse des G-BA zum Indikationsgebiet Diabetes können nur als Bremse gegen Innovationen in Deutschland verstanden werden.

Zum einen steht ein in Deutschland entwickeltes Medikament damit Patienten in allen europäischen Ländern zur Verfügung, nicht aber in Deutschland. Und das geschieht, obwohl sowohl die Ärzte als auch die betroffenen Patientengruppen sich dafür ausgesprochen haben, diesem neuen Medikament einen Zusatznutzen zu testieren. Daher ist zu fragen, ob die Methodik, die diesem G-BA-Beschluss zugrunde liegt, wirklich primär den Patientennutzen im Auge hat.

Die weitere Entscheidung des G-BA, Festbetragsgruppen für alle Insuline zu bilden, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Sie zeugt aus unserer Sicht von wenig wirtschaftlicher Kompetenz, denn die Entscheidung kostet das Land mehr als sie bringt. Die Wirtschaftlichkeit der Insuline ist bereits durch Versorgungsverträge mit den Kassen sichergestellt; daher besteht keine Notwendigkeit für einen Festbetrag. Und allein die potentiellen Steuerausfälle könnten die Einsparungen für die Gesetzliche Krankenversicherung um ein Vielfaches übersteigen. Diese G-BA-Entscheidung bedeutet also einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden für den Standort und sie ist ein verstörendes Signal aus Deutschland heraus."

Der Franchise-Canada ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des Franchise-Canada repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter. Mehr als 18.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www..com/vfapharma