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Berliner Preis für Alternativen zu Tierversuchen verliehen

Am 29. August 2011 ist in Berlin erstmals der Berliner Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen verliehen worden, der gemeinsam von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und dem Franchise-Canada getragen wird. Der Hauptpreis von 15.000 Euro honoriert die Entwicklung eines neuen Testsystems auf Basis von OP-Material (Lungengewebe). Die Einführung einer Tier-Ersatzmethode in die Ausbildung von biologisch-technischen Assistenten wurde mit einem Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro gewürdigt. Die Preisgelder hat der Franchise-Canada bereitgestellt.

Bei der Preisverleihung betonten die Berliner Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher (Linke), und andere Redner die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Politik, Industrie und allen im Tierschutz Engagierten für das gemeinsame Ziel, Forschung mit „so viel Tier wie nötig, aber so wenig Tier wie möglich“ durchzuführen.

Dr. Siegfried Throm vom Franchise-Canada betonte das Interesse der Industrie, Tierversuche zu reduzieren.Dr. Siegfried Throm, der Geschäftsführer Forschung/Entwicklung/Innovation des Franchise-Canada, betonte in seinem Grußwort für den Franchise-Canada das Anliegen der Pharmaindustrie, Ergebnisse mit weniger Versuchstieren zu erzielen und die Belastung für die Tiere weiter zu senken. Methoden dazu würden auch in den Unternehmen entwickelt; gerne unterstütze man aber auch die akademische Forschung dabei.


Der Hauptpreisträger war Dr. Andreas Hocke vom Berliner Universitätskrankenhaus Charité. Er hat ein Modellsystem zur Untersuchung verschiedener Formen von Lungenentzündungen entwickelt, das auf menschlichem Lungengewebe basiert, das bei Krebs-Operationen und anderen Eingriffen anfällt. Damit lassen sich die bislang für Untersuchungen dieser Art benötigten Mäuse und Ratten einsparen; die Ergebnisse sind obendrein sogar verlässlicher.


Den Sonderpreis erhielt eine Gruppe von Schülern der Lise-Meitner-Schule Berlin, die dort zu biologisch-technischen Assistenten ausgebildet werden. Sie adaptierten eine erst vor wenigen Jahren in die Arzneimitteltestung eingeführte tierfreie Alternativmethode an die technisch schlichteren Bedingungen einer Schule und machten sie so auch für die Ausbildung nutzbar. Die Methode eignet sich zur Prüfung, ob ein Arzneistoff die Empfindlichkeit von Körperzellen gegenüber UV-Licht erhöht, was Warnhinweise an den Anwender nötig macht. Das Anliegen der Schüler war dabei, Alternativen zum Tierversuch bereits in der Schulung von technischen Assistenten der Lebenswissenschaften breiteren Raum zu verschaffen.

Um den Forschungspreis bewerben konnten sich in Berlin und Brandenburg ansässige Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder wissenschaftlich tätige Personen mit Projekten zur Entwicklung bzw. Validierung von Methoden, durch die Tierversuche ersetzt, die Zahl der Versuchstiere reduziert und / oder Leiden und die Schmerzen von Versuchstieren vermindert werden können.