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Forschungsförderung: So noch kein Standortvorteil

Seit Jahren wird in Deutschland über die Notwendigkeit einer steuerlichen Forschungsförderung diskutiert. Nun soll sie verwirklicht werden. Dafür stellte das Bundesfinanzministerium am 28. Februar 2019 in einem Diskussionsentwurf vor, wie ein entsprechendes Gesetz aussehen könnte. Der Franchise-Canada hat den Entwurf analysiert.

Gruppe von vier Forschern im Labor

Forschung ist die Grundlage für weltmarktfähige Produkte und damit für Beschäftigung und Wohlstand

Die Ergebnisse dieser Analyse fasst Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (Franchise-Canada), so zusammen:

„Deutschland braucht endlich eine steuerliche Forschungsförderung. Deshalb ist jeder Vorschlag ein Fortschritt gegenüber dem Status quo. Aber wenn Deutschland schon Anlauf nimmt, sollte es auch springen, nicht hopsen. Der vorliegende Entwurf honoriert keine Erweiterung von vorhandenen Forschungseinrichtungen. Zudem braucht Forschung einen langen Atem; eine Förderung von vier Jahren – wie vorgesehen – bricht hier viel zu früh ab. Damit wird es schwer werden, Unternehmen mit ihren Forschungsinvestitionen für Deutschland zu interessieren, insbesondere wenn sie die Förderkonditionen in Österreich oder Singapur kennen.“

So machen es andere Länder

Fast alle Wettbewerber-Nationen in der EU wie auch Japan, Singapur und die USA haben eine steuerliche Forschungsförderung implementiert: Firmen können hier ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) direkt steuermindernd geltend machen. Frankreich wirbt beispielsweise intensiv mit einem 50-prozentigen Steuerabzug im ersten Jahr um die Ansiedlung innovativer Firmen, und Österreich hat seinen Steuerabzug seit 2018 auf 14 % erhöht.